Ich habe einen ganz besonderen Beruf!!!

Viele von euch kennen meine Einstellung zu meinem Beruf! Ich liebe ihn sehr, aber das macht ihn nicht besonders, denn was ihn so besonders macht ist nicht gerade sehr positiv. Ich möchte euch ein wenig darüber erzählen.

Der Beruf der Nageldesignerin ist eigentlich gar kein „echter“ Beruf. Jeder kann ihn ausüben, das ist auch bekannt und da fängt das Übel schon an. Ich arbeite in einem Beruf der viel zu oft belächelt wird, weil da draußen in den Köpfen der Glaube herrscht, dass man nichts wissen oder können muss um diesen Beruf auszuüben und das ist auch nicht verwunderlich!
Wie werde ich eine Nageldesignerin?! Die Antwort ist ganz einfach: Eigentlich kommt jeder Mensch als Nageldesigner/in auf die Welt…. Man bräuchte im Grunde nicht mal eine Schulung, man ernennt sich einfach selbst dazu und fertig ist die ND.
Einen Level höher um der Sache etwas mehr Nachdruck zu geben: Nimm etwas Geld und melde dich zu einer Schulung an, danach hast du dann ein Zertifikat und jetzt bist du sogar eine ausgebildete Nageldesignerin und hast es, nachweislich, auf einem Blatt Papier stehen. Ob du was kannst oder nicht ist einfach nicht entscheidend in diesem Beruf. Das wissen viele….

Eine Nageldesignerin! Selbst die „doofen“ Friseusen (Neein! Ich finde nicht, dass die doof sind und ich weiß dass es Friseurin heißt! 😉) die früher immer das Ende der Berufsnahrungskette waren müssen bei der HWK eine Prüfung absolvieren und müssen eine mehrjährige Ausbildung machen.
Die Nageldesigner müssen nur eines: existieren und bestenfalls zwei Hände haben (auch wenn es nur zwei linke sind) Mehr nicht, das Gewerbeamt stellt dir direkt nen Gewerbeschein aus ob du es kannst oder nicht.
Also, was ist meine tägliche Aufgabe?!
Es ist nicht nur meine Arbeit ordentlich auszuführen, Kunden glücklich machen, mich regelmäßig weiter zu bilden, meine Finanzen verwalten, Warenbestand zu kontrollieren, Preise zu kalkulieren, Kaffee kochen, Messe besuchen, Internet auf Trends zu durchforsten, Fachzeitschriften zu wälzen und meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Nein! In erster Linie muss ich mich täglich beweisen, dass dieser Beruf nicht das ist was manche Möchtegern Damen daraus machen, dass es ein Beruf ist für den man eine gewisse Geschicklichkeit braucht und sehr viel Wissen was die Bereiche: Anatomie, Hygiene, Physik und Chemie, Buchhaltung und Umgang mit Menschen betrifft. 
Ich finde es wirklich schade, dass die schwarzen Schafe in dem Beruf genau den selben Stellenwert, in der Gesellschaft, haben wie eine gut ausgebildete fähige ND….
Ich finde es wahnsinnig schlimm wie manche Menschen sich Ausbilder nennen, obwohl sie so gut wie gar nichts wissen. Wie könnt ihr verantworten jemanden etwas zu lehren von dem ihr selbst keine Ahnung habt?!
Ihr selbsternannten Nageldesigner:
Wie könnt ihr es verantworten anderen Menschen die Nägel zu vermurksen auf die Gefahr hin den Nagel zu zerstören? Wir alle wissen wie sehr wir alle unsere Hände tagtäglich benötigen?
Und trotzdem passiert das täglich und verstärkt das Bild von der doofen Nagelische mit Wasserstoffblonder Dauerwelle mit langen pinken Nägeln, die oberflächlich und einfach strukturiert im Denken ist und einfach nur ein Barbiegirl in a Plasticworld ist.
Ihr seht also, mein Beruf ist ganz besonders, weil ich jeden Morgen, bevor ich den Pinsel überhaupt in der Hand habe erstmal gegen all die Vorurteile kämpfen muss und mich daher erst doppelt und dreifach beweisen muss.

Stammt leider nicht aus meiner Feder, akkurat geklaut!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.